Neuvermessung des Schwaikheimer Höhennetzes


Die Erstellung eines neuen, erweiterten Höhenfestpunktfeldes in Schwaikheim im so genannten „Neuen Höhensystem“ wurde von August bis November 2000 ausgeführt. Dies war notwendig geworden, weil das bisherige Höhensystem nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht und der Gemeindeentwicklung in den letzten Jahrzehnten nicht mehr angepasst worden ist. In der Konzeption und Planung wurde festgelegt, welche Bolzen vom „Alten Höhensystem“ zukünftig noch zu verwenden sind, und wo neue Punkte zur Abdeckung der Neubaugebiete Klingwiesen, Erbachwegle, Lohwiesen, Rommelshalde/Bühlgärten, Grundwiesen, Küräcker, Haldenweg und des Industriegebietes gesetzt werden sollten.

Im Zuge der Realisierung dieser Planung wurden 25 neue Höhenbolzen aus Edelstahl an möglichst standsicheren Bauwerken angebracht und 25 bereits vorhandene Bolzen neu bestimmt.

Die Einwilligung der Eigentümer wurde im Vorfeld eingeholt.

Ausschnitt aus dem Übersichtsplan

Nach Abschluss der Vermarkungen begannen im September die Messungen, die von 2 Mitarbeitern und weitern Messgehilfen durchgeführt worden sind.

Als Instrument kam das Digitalnivellier Leica (Wild) NA3003 sowie zwei 2 bzw. 3 m lange Präzisionsnivellierlatten mit Invarcodierung zum Einsatz.
Zum Messverfahren ist anzumerken, dass alle Nivellementlinien ausschließlich durch doppeltes Feinnivellement bestimmt wurden, um eine homogene Genauigkeit und Kontrollierbarkeit der Ergebnisse zu erreichen.

Die Abweichungen zwischen den Messungen (Hin- und Rückmessung) betrugen maximal ± 0,2 – 0,4 mm was den Genauigkeitserwartungen der angewandten Messverfahren voll entspricht.
Die Messungen konnten Ende Oktober abgeschlossen werden und es wurden dadurch insgesamt 50 Höhenfestpunkte neu bestimmt.

Auszug aus der Niv-Punktbeschreibung

Die Auswertung der Messdaten erfolgte im Anschluss daran mit dem Ausgleichungsprogramm HEIDI der Universität Karlsruhe. Dabei wurde in einem ersten Arbeitsschritt eine freie Netzausgleichung durchgeführt, um eventuelle Differenzen in den Anschlusspunkten und Messungenauigkeiten aufdecken zu können.
Die endgültige Auswertung erfolgte mit den verbleibenden Anschlusspunkten als fest angeschlossene Netzausgleichung für das gesamte Höhennetz.

Der dabei erzielte mittlere Punktfehler liegt bei 0,48 mm für das gesamte Höhennetz einschließlich alle Anschlusspunkte.
Der mittlere Punktfehler bei der freien Netzausgleichung liegt bei 0,31 mm, was für eine gute Messgenauigkeit und die Güte der verwendeten Anschlusspunkte spricht.

Nach der endgültigen Berechnung konnten die Differenz zwischen dem Alten und „Neuen Höhensystem“ ermitteln werden.
Sie liegt im Durchschnitt bei 12,5 cm, d.h. das „Alte Höhensystem“ liegt um diese 12,5 cm tiefer als das aktuelle „Neue Höhensystem“.
Einige alte Punkte weichen von dieser mittleren Differenz jedoch stark ab. Daraus ergibt sich, dass wie erwartet grobe Fehler im alten Höhensystem vorhanden waren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schwaikheim nun über ein dichtes, das gesamte bebaute Gebiet abdeckende, Höhenfestpunktfeld im neuen Höhensystem verfügt. Es wird in Zukunft die Arbeiten im vermessungstechnischen Bereich vereinfachen und wirtschaftlicher gestalten.

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