Berlins Mitte

Weitsichtiges Vermessungskonzept in Berlins Mitte. Messsicherheit vor allem dort wo sich alles bewegt.

Auf der vielseitigsten Großbaustelle der Welt.

Das heute in Berlins Mitte über die damalige Ost-West-Demarkationslinie reichende örtliche Festpunktnetz von 2 km x 8 km für die riesigen Baustellen zwischen Potsdamer Platz, Reichstagsgebäude und Lehrter Bahnhof musste sehr schnell konzipiert und in Angriff genommen werden, ohne dass der Grossteil der Bauprojekte bereits skizziert gewesen wäre.

Vordringliches Interesse an einer genauen und sicheren Vermessungsbasis hatte die Deutsche Bahn AG: die modernen Verkehrsachsen des "Knotens Berlin" müssen errichtet werden, bevor das bisherige "Niemandsland" darüber bebaut und wieder bewohnbar gemacht wird.

Dr. Joachim Merkel, als verantwortlicher Bahn-Vermessungsexperte, postulierte deshalb bereits 1993 diese Bahninteressen nach einem lokalen Messnetz, zusammen mit Helmut Gehring von der Berliner Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr und dem Vermessungsbüro Meßmer und unter Einbezug der bekannten Investoren und Baukonsortien.

Heute weiß man, dass dabei erstklassige Arbeit geleistet wurde. Obwohl in diesem Gebiet Berlins nämlich momentan alles bewegt wird - inklusive einer Flussbettumleitung - liegt das Maximum an Festpunkten an den strategisch ausgewählten Orten nach wie vor stabil in günstiger Position und ist besonders bei den anspruchsvollen Bauprojekten gut verdichtet.

2 km x 8 km großes Lagefestpunktnetz mit 3,3 Millimeter Punktgenauigkeit

Der überwiegende Anteil der Vermessungs-Aufgaben wurde von der Berliner Senatsbauverwaltung und von der Deutschen Bahn, Knoten Berlin, innerhalb klar abgegrenzter Zeiträume und Gebiete - und unter Einhaltung strenger Kontrollen- an öffentlich bestellte Vermessungsingenieure delegiert. Die Fixpunkte des zwei Kilometer breiten und acht Kilometer langen Lagefestpunktfeldes wurden durch das Vermessungsbüro Eberhard Meßmer mit Tachymetern Leica TC2002 eingemessen, wobei eine abschließende Punktgenauigkeit von ±5 Millimeter gefordert war -erreicht wurden sogar ±3,3 Millimeter! Dabei legte der Fachmann der zuständigen Berliner Senatsverwaltung, Helmut Gehring, großen Wert darauf, dass immer dokumentiert wird, wie ein Resultat entstanden ist. So kann jeder Kollege Zusammenhänge und Ursachen von Abweichungen schnell erkennen. Innerhalb der Areal-"Claims" sind die Baukonsortien/Generalunternehmer selbst für die Vermessung zuständig, wobei für die verantwortlichen Bauunternehmen unter anderem auch die Koordinatenbestimmung mit GPS obligat ist.

Landwehrkanal, S-Bahn-Brücke

und Straße grenzen an das das neue Baugebiet. Die Senatsverwaltung kontrolliert mit dem automatischen Digitalnivellier Leica NA3003

Entscheidend: schnelle und sichere Wahl des richtigen Instrumentariums

Die Anlage der Lage- und Höhen-Netze in Berlins Mitte und die vermessungstechnisch moderne Konzeption und Aufgabenteilung in diesem Gebiet tragen neben den bahntechnischen Vorgaben weitgehend die Handschrift Helmut Gehrings - auch wenn er selbst solche Zuordnungen ablehnt, sondern die Zusammenarbeit aller zum Nutzen des Bürgers in den Mittelpunkt stellt. Er ist in der Abteilung V der Berliner Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr für Vermessungsfragen im Zentralen Bereich zuständig und unterrichtet gleichzeitig an der FTH Berlin in Vermessung. Trotz dieser Vielzahl an Aufgaben steht Gehring bei wichtigen Projekten und Kontrollmessungen auch selbst im Feld und man trifft ihn in tiefen Baugruben zusammen mit seinen engen Mitarbeitern - mit Nivellier, Tachymeter und GPS. "Welches Instrumentarium wir dann einsetzen, ist abhängig von der Aufgabe, zu der wir dringend gerufen wurden und entscheidet sich manchmal erst sehr kurzfristig vor Ort" sagt Helmut Gehring. Oft erwartet der Bauverantwortliche in kürzester Zeit von ihm oder seinen Kollegen ein verbindliche Aussage, um auf dieser Basis die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können.

Der Bedeutung der Vermessung für die Bausicherheit, die Folgekosten und die Termineinhaltung ist sich Helmut Gehring in diesem Komplex der Berliner Projekte wie kaum ein Zweiter bewusst. Das erkennt man nicht nur an den präzisen Vorgaben für die Partner, sondern auch an den Instrumenten, die er und sein Team nach sorgfältiger Evaluation des Marktangebotes einsetzen' um dieser hohen Verantwortung im Dienste der Öffentlichkeit in allen Situation gerecht zu werden. Unter anderem zählen dazu Digitalnivelliere Leica NA3003, Automatische Tachymeter TCA1800 und Leica GPS Systeme 300. Diese Instrumente setzen auch auf anderen Großbaustellen der Welt immer wieder Standards.

Fritz Staudacher

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